ATEMÜBUNG – mit einer kleinen Fantasiereise

Atemübung

Atemübung – OK. Das war ja was. Nach dem letzten Abschnitt „Denken und Fühlen in Einklang bringen mit drei Achtsamkeitsübungen“ haben wir einige unserer Gefühle kennenlernen dürfen. So ist das nun mal mit einem Praxishandbuch zum spirituellen Erwachen. Wenn da Praxis draufsteht, dann ist da auch Praxis drin. So weit so gut.

Es geht nun weiter und mit einer kleinen Fantasiereise. Bei dieser Übung ist es etwas anders, und wir benutzen unseren Atem aktiv. Du spürst also parallel zum Lesen einmal bewusst Deine Atmung. Normalerweise atmen wir ganz von alleine. Jetzt achtest Du einmal bewusst auf Deine Atmung. Du nimmst wahr, wie die Luft ruhig ein- und ausströmt. Prima.

JETZT atmest Du bitte einmal richtig schön tief ein …
Ja, und dann wieder aus …
Und noch einmal ein …
und dann wieder aus …

Beobachte mal, wie Du Anstrengung unternehmen musst, um einzuatmen.

Das kostet nämlich Kraft, den Brustkorb zu weiten. Hingegen brauchst Du für das Ausatmen überhaupt gar nichts zu tun, außer loszulassen, strömen zu lassen, die Anspannung des Einatmens zu lösen und raus fließen zu lassen.

Spiel jetzt einmal damit und halte die eingeatmete Luft einen kleinen Moment (drei Sekunden) lang an. Und dann nimm dabei ganz bewusst wahr, wie anstrengend es ist, die Luft zu halten. Wie anstrengend es ist, das bemerkst Du genau genommen eigentlich gar nicht beim Luft anhalten, sondern erst in genau dem Moment, wenn Du die Luft loslässt. Darum atme jetzt noch einmal tief ein, halte die Luft für drei Sekunden und richte dann, JETZT, Deine Aufmerksamkeit auf die Erleichterung des Loslassens. Boah – was für eine Erleichterung!

Und diese Erleichterung des Loslassens wollen wir uns zunutze machen. Atme noch einmal tief ein, halte die Luft für drei Sekunden und richte noch einmal, JETZT, Deine volle Aufmerksamkeit auf die ERLEICHTERUNG DES LOSLASSENS.

Ist das nicht schön!

Und so schön ist es auch, wenn wir alte Gefühle und Gedanken loslassen, zum Beispiel indem wir sie durch uns in die Transformationsfabrik geleiten.

ÜBUNG: DIE WATT-OLYMPIADE

Ich erzähle Dir jetzt eine kleine Geschichte. Einmal, da war bei uns im hohen Norden richtig was los. Achtern Diek (Hinter dem Deich) lassen sich die Menschen ja die verrücktesten Dinge einfallen. Und einmal im Jahr gibt es die sogenannte Watt-Olympiade. Es werden also Spiele und Wettkämpfe im Watt ausgetragen. Und weil Du auch immer offen für Neues bist, bist Du aus Spaß dieses Mal mit dabei – zunächst einmal als Zuschauer.

Du kommst also mit Deinem Auto an, stellst es auf dem Parkplatz für fünf Euro ab, nimmst Deinen Rucksack und stapfst los. Schon von Weitem siehst Du die vielen weißen Punkte auf dem grünen Deich. Und als Du näherkommst, denkst Du Dir: „Ach, das müsste eigentlich auch ganz lustig sein: ein Schafsrennen für Kinder.“ Die Kinder (bis sechs Jahre, wegen Gewichtsbeschränkung für die zarten Schafrücken) sind die Schaf-Jockeys. Sie krallen sich in der dicken Schafswolle fest und galoppieren quer über den Deich. Was für eine Gaudi. Da würdest Du am liebsten auch wieder Kind sein wollen und wie ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen einfach spielen.

Du gehst weiter. Der schöne Tagtraum vom Schafsrennen verblasst in Dir, und Du erklimmst die Deichkrone. Von oben siehst Du schon die vielen Zuschauer. Und dort hinten im matschigen Watt, da scheint ja wirklich mächtig was los zu sein.

Also … entweder sind da auch dunkelhäutige Kandidaten mit dabei oder … auf jeden Fall hat sich die Hautfarbe der Watt-Athleten bereits deutlich verändert. Du gehst weiter und mischst Dich unters Volk. Rechts und links von Dir ist super Stimmung. Freizeit, Ausgelassenheit, Lockerheit, Freiheit, Spaß, Fun, gute Laune. Wer hier herkommt, geschweige denn mitmacht, muss schon irgendwie ein bisschen durchgeknallt sein. Du atmest einmal tief ein und mit einem Wohlsein-Seufzer wieder aus.

Und so langsam lässt Du Dich tatsächlich bereitwillig auf diese schräge Stimmung, auf dieses lockere, ein bisschen verrückte Beisammensein ein. Du spürst, wie Du selbst immer lockerer wirst und sogar mit einigen ‚Fans‘ in Kontakt kommst. Als Du Hunger verspürst, gehst Du nicht alleine etwas essen, sondern hast eine nette Begleitung an Deiner Seite. Ihr schwatzt und scherzt und lacht und seid gut drauf.

Und Du freust Dich mit Dir. Du schaust Dir sozusagen von oben zu und nimmst bewusst wahr, was gerade alles so schön ist: Die Sonne lacht, der blaue Himmel, die weißen Schafe, die heute leider doch kein Schafsrennen laufen, die vielen freundlichen Menschen, die frische Luft, von der Du JETZT gerade mal einen tiefen ‚Schluck‘ nimmst, der Gute-Laune-Faktor … Alles ist so leicht und so locker und so schön. Und Du träumst so in Dich rein und genießt das alles gerade in vollen Zügen, als Dein Gegenüber Dich mit einem freundlichen „Hey!“ aus Deinen Träumen zurück ins Hier und Jetzt holt.

Du bist wieder ganz wach und da und bemerkst, dass es nicht Dein Gegenüber war, der „Hey“ gerufen hat, sondern plötzlich steht Dein Vater vor Dir. Was verändert sich ?

GEFÜHLE BEWUSST WAHRNEHMEN

Verändert sich etwas? Nimm diese Veränderung ganz bewusst wahr. Wie verändert sich Deine Stimmung? Hebt oder senkt sie sich? Was geschieht mit Deiner ausgelassenen Lockerheit? Nimm es einfach achtsam und deutlich wahr. Beobachte einfach die Veränderung, falls es eine gibt. Beobachte auch, ob und wie sich bei Dir auf körperlicher Ebene etwas verändert. Einfach beobachten und wirken lassen …

Wenn Du magst, kannst Du Dir jetzt auch zu diesem Erlebnis ein paar Notizen aufschreiben. Leg das Buch für einen Moment zur Seite.

Sammle Dich und Deine Gedanken und Gefühle und schreib einfach auf, wie es Dir geht und was Dir so durch den Kopf geht. Nimm Dir ruhig Zeit dafür, das Buch läuft ja nicht weg …

Ich nehme mir Raum und Zeit für mich. Ich ziehe mich für einen Moment in meine Gemächer zurück. Dort begegne ich mir selbst und heiße alle Gedanken und Gefühle offen und bereitwillig willkommen. Und ich spüre, wie es mir gut tut, mir selbst zu begegnen. Und ich fühle, dass ich anderen Menschen eigentlich erst dann wahrhaftig begegnen kann, wenn ich zuvor mir selbst begegnet bin. Und das mache und genieße ich  jetzt!

FREMDGEFÜHLE ERKENNEN

Vielleicht erinnerst Du Dich noch daran: 98 Prozent unserer Gefühle sind nicht unsere eigenen. Das meiste, was in uns schwingt, ist fremde Energie. Wenn Du magst, dann kannst Du nun alle diese Gefühle und Gedanken, die mit dieser Erfahrung, Deinem Vater so überraschend begegnet zu sein, hochgekommen sind, zu Dir in Dein inneres Haus einladen und ihnen den Weg zur Transformation eröffnen.

Heiße alle Gedanken und Gefühle einfach liebevoll willkommen. Sie sind ja ohnehin jetzt da. Sie sind jetzt in Dir präsent. Also sag ruhig Hallo zu ihnen …

„Hallo, herzlich willkommen! Ihr dürft eintreten. Ihr dürft Euch stärken und essen und trinken und tanzen und lachen. Und wenn Ihr satt und zufrieden seid, dann ist dort drüben die Goldene Tür. Dort ist Euer Weg hin zu den Bussen, die dann zur Transformationsfabrik fahren. Es ist die Tür und der Weg für Eure Heimkehr, Eure Befreiung, Eure Erlösung. Ich lade Euch von Herzen ein, dass Ihr Euch selbst dieses Geschenk macht und freue mich mit Euch.“

Und auch jetzt ist es mit dem Lesen dieser Zeilen schon geschehen! So einfach ist es. Fertig! Du brauchst nichts weiter zu tun. Es ist schon getan. Es ist soeben geschehen und vollbracht.

ENTSCHULDIGUNG

Das war natürlich gemein von mir, dass ich Dich noch ein zweites Mal habe ‚ins offene Messer laufen lassen‘. Und dafür möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen!

Da jeder Mensch nur zwei Elternteile hat, ist damit mein Überraschungs-Paket jetzt auch wirklich beendet. Du brauchst Dich vor weiteren Attacken nun nicht mehr zu fürchten. Was Du aber machen kannst, ist, dass Du auch genau diese Gefühle von Angst vor unangenehmen Überraschungen zu Dir in Dein Haus einlädst und transformierst. Weitere Gefühle, die damit zusammenhängen, können zum Beispiel sein: Misstrauen, Furcht, Angst, sich einzulassen, Angst vor Neuem, ständig auf der Hut sein und so weiter. Mach Dir bitte klar und führe Dir klar und deutlich vor Augen, wie Du diese beiden überraschenden, vielleicht sogar schockierenden Situationen bewältigt, gemeistert, gelöst und mit all ihren Gefühlen in Dein Körper-Geist-Seele-System integriert hast. Erkenne, was für tolle, gut funktionierende Stressverarbeitungskompetenzen Du hast. Du hast diese Fähigkeiten schon. Erkenne, wie Du durch die souveräne Bewältigung dieser Erlebnisse gestärkt und selbstbewusster aus ihnen hervorgehst. Du bist an ihnen innerlich gewachsen!

Eine Neue Ordnung 4
Eine Neue Ordnung 4

Dennoch bitte ich Dich vielmals und ausdrücklich um Entschuldigung und um Verzeihung. Ich habe Dein Vertrauen dermaßen auf die Probe gestellt, dass es fast zu einem Vertrauensbruch, Vertrauensverlust oder gar Misstrauen gekommen wäre. Ich wollte Dich natürlich nicht erschrecken oder schocken, sondern bereichern. In diesem Sinne bitte ich Dich an dieser Stelle nochmals und ausdrücklich um Vergebung.

Und ich bin mir völlig im Klaren darüber, dass das nicht noch einmal passieren darf! Merkst Du das auch?! Einmal entschuldigen. Ein zweites Mal entschuldigen. Wenn es jetzt noch ein drittes Mal geschehen würde, dann wäre unser Vertrauensverhältnis wirklich dahin. Es wäre entwertet und kaputt. Für immer. Ich bin bis ganz an die Grenze gegangen. Ich habe das Maximum ausgereizt. Mehr geht jetzt nicht. Alles Weitere muss ich anders kommunizieren. Und das mache ich auch. Versprochen.

GRENZEN

Für Dich und für mich ist es gleichermaßen interessant, wie Kommunikation funktioniert und wann und wo echte Grenzen stehen, die dann auch eine ganz tiefe Wahrheit tief in sich tragen. Auf den Schulhöfen dieser Welt, wo die Kinder lustig oder weniger lustig miteinander spielen, dort werden diese Grenzen der Wahrhaftigkeit in der Regel leider nicht eingehalten. Dadurch findet eine Entwertung des Kontaktes und der Beziehung statt. Wenn es mir gelingt, im weiteren Fortgang dieses Buches Deine Grenzen zu achten, dann bleiben wir Freunde. Wenn ich an irgendeiner Stelle noch einmal Deine Grenzen übertrete, dann wirst Du nichts mehr von mir wissen wollen, mich verurteilen, beschimpfen, entwerten, fertig machen und vor allem, mit dem, was ich Dir angetan habe, mich am liebsten zerstören wollen. Es ist ein sehr schmaler Grat auf dem ich und wir hier wandern, und ich wünsche uns sehr, dass wir beide am Ende davon profitieren …

Björn Geitmann

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